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Plattform-Engineering für AI: Lässt sich Ihre Kubernetes-Plattform skalieren?

Maxime Lehmann 20.07.20265 Minuten Lesezeit

Plattform-Engineering für AI: Lässt sich Ihre Kubernetes-Plattform skalieren?

Wie AI-Workloads operative Lücken in Kubernetes-Umgebungen sichtbar machen

Laut der CNCF 2025 Annual Cloud Native Survey nutzen 82 % der Container-User aktuell Kubernetes in der Produktion, während nur 7 % der Organisationen täglich AI-Modelle deployen. Das zeigt deutlich: Die Infrastruktur ist vorhanden, doch vielerorts fehlt die operative Reife im Umgang mit AI. Das Problem ist hier nicht Kubernetes selbst, sondern alles was erforderlich ist, um moderne Workloads effizient auszuführen.

Kubernetes hat zahlreiche Infrastrukturprobleme beseitigt, die die Cloud-Welt in den letzten zehn Jahren beschäftigt haben. AI-Inferenz, verteilte Datenpipelines und API-basierte Architekturen stellen Engineering-Teams jedoch vor neue Herausforderungen:

  • Workloads werden zunehmend unvorhersehbar.
  • Performance, Effizienz und Kosten lassen sich immer schwieriger in Einklang bringen.
  • Observability muss heute mehr leisten als nur Kennzahlen liefern – sie muss Zusammenhänge erklären.

Cloud-Skalierbarkeit bleibt ein wichtiger Faktor. Im Fokus steht heute aber der Aufbau von Plattformen, die auch bei steigender Komplexität einfach zu betreiben sind.

Genau hier setzt Platform Engineering als nächste Stufe der Cloud Maturity an. Dynamische AI-Workloads und die Anforderungen an den sicheren Umgang mit sensiblen Daten machen Schwachstellen in bestehenden Plattformen sichtbar, die in vielen Unternehmen bislang unentdeckt geblieben sind.

Platform Engineering als neues Betriebsmodell

Kubernetes hat die Bereitstellung und Skalierung von Workloads vereinheitlicht, die Komplexität jedoch nicht reduziert – sie wurde lediglich verlagert.

Wenn Unternehmen wachsen, vermehren sich auch die Kubernetes-Cluster. Verschiedene Teams nutzen unterschiedliche Deployment-Strategien, Sicherheitskontrollen variieren je nach Umgebung und Observability-Standards entwickeln sich oft unabhängig voneinander weiter. Für sich genommen sind diese Entscheidungen nachvollziehbar, zusammen führen sie jedoch zu operativer Inkonsistenz.

Platformkonsistenz im großen Maßstab

Webmecanik, ein innovativer Softwareanbieter mit Schwerpunkt auf Marketing-Automation und CRM, hat seine monolithische Infrastruktur durch eine verteilte, Kubernetes-basierte Architektur ersetzt.

Durch die Standardisierung von Workloads auf Kubernetes in Kombination mit der Infrastruktur von OVHcloud lassen sich Services einfacher zwischen verschiedenen Umgebungen replizieren. Das ermöglicht eine konsistentere Bereitstellung über mehrere geografische Regionen hinweg und verbessert gleichzeitig die Skalierbarkeit und operative Konsistenz.

Platform Engineering ergänzt DevOps – es ersetzt es nicht. Der entscheidende Unterschied liegt im Aufgabenbereich: Während DevOps den Schwerpunkt auf Zusammenarbeit und Bereitstellungsprozesse legt, schafft Platform Engineering eine stabile operative Grundlage, auf der die Teams konsistent aufbauen können.

Typische Merkmale ausgereifter Plattformen sind:

  • Standardisierte Deployment-Workflows
  • Konsistente Sicherheits- und Identitätsmodelle
  • Gemeinsame Observability-Grundlagen

OVHcloud kombiniert ein Landing-Zone-Framework für Cloud-Governance, Sicherheit und Observability mit Entwicklertools und DevOps-Automatisierungsservices. So können Unternehmen ihre Kubernetes-Prozesse standardisieren und Plattformpraktiken über Teams hinweg skalieren.

AI-Workloads und der steigende Druck auf die Infrastruktur

AI-Workloads bringen eine neue Reihe operativer Herausforderungen mit sich und machen deutlich, wo Architekturen nie wirklich für dynamische und schwer vorhersehbare Anforderungen vorbereitet waren.

Trainings-Workloads spielen weiterhin eine wichtige Rolle, doch die Inferenz entwickelt sich zunehmend zum größten Verbraucher von Rechenressourcen in Produktionssystemen. Gleichzeitig können jederzeit Lastspitzen auftreten. Die Leistungsfähigkeit hängt dabei unmittelbar vom Zusammenspiel aus Modellverhalten, Datenfluss und der Effizienz der zugrunde liegenden Infrastruktur ab.

Agentic AI erhöht die Komplexität weiter. Anstatt lediglich eine einzelne Anfrage auszuführen, kann Agentic AI mehrere Aktionen über verteilte Services hinweg koordinieren.

Viele stützen sich auf API-basierte Interaktion, externe Integrationen und neue Standards wie MCP-Server (Model Context Protocol), die AI-Modellen eine standardisierte Anbindung für die Interaktion mit externen Tools und Systemen bieten.

Je stärker sich dies durchsetzt, umso mehr verändern sich auch die Eigenschaften von Workloads:

  • Variable Lastprofile
  • Höherer Ost-West-Traffic zwischen Services
  • Verteilte Ausführungsprozesse
  • Konkurrenz um spezialisierte Rechenressourcen wie GPUs

Damit steigen die Anforderungen an Plattformen, die ursprünglich für ein deutlich besser vorhersehbares Anwendungsverhalten konzipiert wurden. Hinzu kommen steigende Kosten durch eine intensivere API-Nutzung und mehr Service-to-Service-Kommunikation – und die Datensouveränität, die sich zu einer zentralen Vorgabe für das Plattformdesign entwickelt.

In vielen Fällen ist heute nicht mehr der klassische Nutzerverkehr, sondern die AI-Inferenz der größte Treiber für den steigenden Skalierungsbedarf in der Cloud.

Kubernetes unter realer AI-Last

Lector, die Enterprise-Plattform für die intelligente Dokumentverarbeitung, kombiniert Managed Kubernetes mit Managed Databases und AI Endpoints, AI Training und AI Deploy, um die dynamische Skalierung von Workloads und kontinuierliche Serviceinnovationen zu ermöglichen.

Kubernetes entfaltet sein volles Potenzial, wenn die zugrunde liegende Infrastruktur auf die Dynamik der jeweiligen Workloads abgestimmt ist – statt von einem einheitlichen Skalierungsverhalten auszugehen.

Observability als Instrument für die Entscheidungsfindung

Früher setzten Unternehmen vor allem auf Monitoring und reaktive Wartung, um die Verfügbarkeit von Systemen zu überwachen und Probleme erst nach ihrem Auftreten zu beheben. Moderne Observability geht deutlich weiter: Sie liefert tiefere Einblicke in das Systemverhalten und hilft Teams dabei, potenzielle Probleme früher zu erkennen, Ressourcen zu optimieren und die Workload-Transparenz zu verbessern.

In containerisierten Umgebungen stehen umfangreiche Telemetriedaten zur Verfügung und die Erfassung von Daten wird einfacher. Der eigentliche Mehrwert liegt jedoch darin, diese Daten zu verstehen und für fundierte Entscheidungen zu nutzen.

Engineering-Teams betrachten längst nicht mehr nur die Ressourcenauslastung, sondern stellen zunehmend differenziertere Fragen:

  • Welche Workloads treiben die Kosten in die Höhe?
  • Welche Services sind größer dimensioniert als notwendig?
  • Wo führen Skalierungsrichtlinien zu Ineffizienz?
  • Wie wirkt sich das Anwendungsverhalten auf die Infrastrukturkosten aus?

Das bildet die Grundlage für die Kostenoptimierung in der Cloud, bei der Telemetriedaten direkt in FinOps- und Infrastrukturentscheidungen einfließen.

Von Telemetriedaten zur Optimierung

Nexx360, eine Technologieplattform für Programmatic Advertising, nutzt Kubernetes, um stark schwankende Workload-Spitzen in verteilten Umgebungen zu bewältigen.

Durch standardisierte Deployment-Prozesse auf Kubernetes konnte Nexx360 die Konsistenz im Workload-Verhalten verbessern und die systemweite Observability für Teams besser nutzbar machen.

Das zeigt den Wandel von der reinen Modernisierung hin zur Optimierung. Mit einem klaren Verständnis des Workload-Verhaltens können Teams fundiertere Entscheidungen über die Skalierung und Ressourcenzuweisung treffen.

Plattformreife: eine Frage der Organisation wie der Technik

Eine ausgereifte Plattform ist weit mehr als eine Sammlung von Tools. Sie spiegelt wider, wie Teams arbeiten, Verantwortlichkeiten definieren und operatives Wissen teilen. Die größte Herausforderung ist nicht Kubernetes selbst. Sie besteht darin, neue Arbeitsweisen zu etablieren, klare Zuständigkeiten zu schaffen und Vertrauen in die Automatisierung aufzubauen.

Erfolgreiche Plattforminitiativen verbinden oft Technologie mit fachkundiger Unterstützung. Professional Services und erfahrene Implementierungspartner helfen Unternehmen dabei, die technischen und operativen Herausforderungen von Migration, Modernisierung und Anwendungs-Refactoring zu bewältigen.

So können sich Teams stärker auf die Einführung der Plattform, eine bessere Developer Experience und den Ausbau ihrer operativen Fähigkeiten konzentrieren, statt wertvolle Ressourcen in die Pflege jeder einzelnen Komponente zu binden.

Operative Komplexität im großen Maßstab reduzieren

Der Managed Kubernetes Service von OVHcloud bietet eine standardisierte Grundlage für die Ausführung containerisierter Workloads, ohne dass Teams die zugrunde liegende Cluster-Infrastruktur selbst verwalten müssen. Innerhalb dieses Modells hilft unser auf Rancher basierender Kubernetes-Management-Layer Teams, den Cluster-Betrieb zu vereinheitlichen und die Sichtbarkeit über Umgebungen hinweg zu verbessern.

Für Unternehmen, die sich von einem DevOps-orientierten Bereitstellungsmodell hin zu Platform Engineering entwickeln, schafft diese Lösung die notwendige Konsistenz für die Skalierung interner Entwicklerplattformen.

Plattformen für eine Welt im Wandel

Fortschritt bedeutet heute, den Fokus weniger auf die Bereitstellung von Ressourcen und stärker auf die Schaffung konsistenter Betriebsmodelle zu legen. Dafür sind Investitionen in Platform Engineering ebenso wichtig wie die Reduzierung der Unstimmigkeiten, die mit zunehmender Größe und Komplexität der Umgebungen entstehen.

Genau hier zeigt sich die Plattformlücke, mit der viele Unternehmen heute kämpfen. Die Infrastruktur selbst funktioniert – nun muss sichergestellt werden, dass alles um sie herum mithalten kann.

Platform Engineers und DevOps-Verantwortliche müssen Skalierbarkeit, Transparenz, Kostenkontrolle und operative Konsistenz miteinander vereinen.

Stabilität allein genügt nicht. Entscheidend ist die Kontrolle darüber, wie diese Stabilität erreicht und dauerhaft sichergestellt wird.

Die OVHcloud Public Cloud setzt auf eine offene, Kubernetes-native Infrastruktur, die Unternehmen hilft, Workloads zu skalieren, ohne die Plattformkomplexität zu erhöhen. Die Herausforderungen moderner Cloud-Umgebungen bestehen heute nicht mehr darin, Workloads zum Laufen zu bringen, sondern sie effizient, konsistent und nachhaltig im großen Maßstab zu betreiben.


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